FANDOM


605116 web R K B by Gerd Altmann pixelio.de.jpg

Gerd Altmann / pixelio.de

"Der Preis ist der Gegenwert für ein Produkt oder eine Dienstleistung, der meist in Geld ausgedrückt wird." *

DefinitionBearbeiten

"Der Preis (zurückgehend auf lat. pretium) ist der üblicherweise in Geldeinheiten realisierte Wert eines Gutes oder einer Dienstleistung.

Das Ergebnis einer Schätzung ist immer ein Wert und kein Preis. Der geschätzte (Verkehrs-) Wert eines Objekts wird durch Orientierung an Vergleichsobjekten ermittelt und bleibt daher abstrakt.

Der Begriff Preis ist objektiv und konkret [Anm.: da man sich auf Nominale Güter als "objektives" Vergleichsobjekt einigt!].

Er manifestiert sich erst beim tatsächlichen Verkauf. Solange der Wert nicht realisiert wird, stellt er nur eine Preisforderung des Anbieters oder ein Preisgebot des Nachfragers dar. Erst wenn sich Anbieter und Nachfrager im Verhandlungsprozess auf einen bestimmten Wert einigen und einen Kaufvertrag schließen, entsteht der realisierte Preis.

Konsumenten willigen oft ohne Preisverhandlung in die Preisforderung des Verkäufers ein (sogenanntes konkludentes Handeln). Der Preis, der auf einem freien Markt zwischen mehreren Anbietern und Nachfragern zum Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führt, wird als Marktpreis oder Gleichgewichtspreis bezeichnet." (Wikipedia - siehe auch "Gabler Wirtschaftslexikon")


PreisbildungBearbeiten

Die Aussage "Der Preis wird in einer Marktwirtschaft durch den Preismechanismus von Angebot und Nachfrage bestimmt." (Wikipedia) oder "Freie Preisbildung ist der Prozess des Zustandekommens eines Preises durch das Zusammenwirken von Angebot und Nachfrage." (bpb) ist so nicht ganz korrekt.

Der Preis wird durch Angebot und Nachfrage beeinflusst.

Eine der wichtigsten Einflussgrößen ist jedoch die Information, Markttransparenz / Informationsökonomik und somit die Möglichkeiten der Vergleichbarkeit.

Die Einflüsse auf den Preis sind:

  • Angebot & Nachfrage definieren in der Regel eine Art Preisfenster
  • (Selbst-) Einschätzung des Marktwertes innerhalb o.g. Preisfensters - meist durch (angebliche) Qualitätsunterschiede / Marketing gerechtfertigt
  • Versteckte / verdrängte direkte Kosten, wie z.B. Wirtschaften auf Kosten der Natur
    • Indirekte Kosten: Der faire Preis - oder unfaire Preise zulasten von Menschen, die somit nicht wirklich von ihrer Arbeit leben / am Leben teilhaben können. Also Preise, die eigentlich teurer sein müssten und das Leben anderer Menschen kosten und somit Armut, Hunger und Gewalt in der Welt provozieren.
  • Information, Markttransparenz / Informationsökonomik
  • Reichweite, Erreichbarkeit (Mobilität) des Angebotes bzw. der Nachfrage und somit der Marktpreis des jeweiligen Landes, in dem man sich befindet.
  • Den Wert und letztlich Preis verzerrende Subventionen, Förderungen & Sanktionen
  • Steuern & Gebühren
  • Marktform: "Die Preisbildung ist von der jeweiligen Marktform abhängig. Deshalb unterscheidet man grundsätzlich zwischen der Preisbildung auf vollkommenen Märkten und der Preisbildung auf unvollkommenen Märkten. Unterschieden wird z. B. zwischen der Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz (freie Preisbildung), der Preisbildung bei unvollständiger Konkurrenz bzw. monopolistischer Konkurrenz, der Preisbildung beim Monopol und der Preisbildung beim Oligopol." (bpb)
  • Wirtschaftssystem: "In einer Zentralverwaltungswirtschaft werden Preise meist von staatlicher Seite festgelegt. Der für die Marktwirtschaft charakteristische Mechanismus von „Angebot und Nachfrage“ gilt dabei als effizienter als staatlich festgelegte Preise." (Wikipedia)

Marktpreis und GleichgewichtspreisBearbeiten

Zwischen Marktpreis und Gleichgewichtspreis muss unterschieden werden, da sich der Marktpreis eben nicht zwangsläufig am Ausgleich von Angebot und Nachfrage beteiligt. Diese Tendenz des Ausgleichs ist nur vorhanden, wenn Marktpreis und Gleichgewichtspreis signifikant voneinander abweichen, diese Information bekannt ist und keine Qualitätsunterschiede oder sonstigen Bedürfnisse für einen höheren Preis zur Orientierung genügen. Jedenfalls ist der Gleichgewichtspreis nicht in der Lage für eine faire Entlohnung aller Teilleistungen zu sorgen.

Preise dienen zur Orientierung bzw. erzwingen diese. Einzelpläne von Wirtschaftssubjekten müssen mit den Marktpreisen und zu erwartenden Preisentwicklungen abgestimmt werden. Theoretisch ist über den Preis eine Verknüpfung von Märkten gut und rechnerisch möglich - faktisch zeigt sich hier aber auch die nicht nur vorteilhafte Seite großer Preisunterschiede z.B. bzgl. Löhnen in der Welt. Durch den aktuellen Preis ist es folglich nicht nur möglich, Märkte zu verknüpfen, sondern auch zu Lasten ganzer Länder und Einkommensschichten zu wirtschaften.


AllokationBearbeiten

Die Fähigkeit des Preises wird überschätzt, wenn davon gesprochen wird, dass der Preis in der Lage sei, eine "Verteilung" der Güter zu gewährleisten. Der Preis kann vielleicht "zuordnen" - aber keinesfalls und erst recht nicht gerecht verteilen. In der Zuordnung ist der Preis ein Ausschlussprinzip. Durch Anpassung dieses Ausschlussprinzips an die reale Einkommenssituation, ist es im Fall von Existenz- und Grundbedürfnissen möglich, auch armen Menschen Zugang zu gewähren.

"Ressourcenallokation ist die Zuordnung und Verteilung knapper Ressourcen wie Arbeit, Kapital, Boden und Rohstoffen zur Produktion von Gütern. Von der Frage der Allokation zu unterscheiden ist die Frage der Verteilung (Distribution) der produzierten Güter auf Individuen oder gesellschaftliche Gruppen." (Wikipedia)

"Die einzelnen Verwendungspläne der Haushalte und Unternehmen (Einkommen- und Gewinnverwendung) und der Entstehungspläne (Gewinnbildung und Einkommensentstehung) werden durch Marktpreise koordiniert. Diese Koordination umfasst einerseits die Allokation und Verteilung individueller Güter durch Marktpreise und andererseits die Allokation und Verteilung öffentlicher Güter durch politische Entscheidungen."

Politische Entscheidungen können in der Regel nur für eine Allokation und Verteilung Nominaler Güter in Form von (Essensmarken) Subventionen, Förderungen, Vergünstigungen und Sanktionen wie Gebühren und Steuern sorgen. Bei Öffentlichen Gütern kann die Politik in der Regel nur den Zugang (Access) regeln. Auch bei allen weiteren Gütern ist der Politik eine Verteilung (Distribution) eigentlich nicht möglich.

Allokation ist die "Verteilung der verfügbaren Produktionsfaktoren auf die verschiedenen Produktionsmöglichkeiten in einer Volkswirtschaft. Da alle Produktionsfaktoren (Maschinen, Rohstoffe) Geld kosten (um sie zu kaufen oder zu nutzen), ist eine möglichst optimale Allokation, d. h. der bestmögliche Einsatz der begrenzt verfügbaren Produktionsfaktoren anzustreben, um Gewinne zu erzielen. Es darf nichts vergeudet werden. In einer Marktwirtschaft wird die Allokation durch flexible und anpassungsfähige Märkte gesteuert." Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 4. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2009. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2009.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki