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"Wirtschaftsordnung (auch: Wirtschaftsverfassung) bezeichnet die grundlegende Rechts- und Organisationsform, innerhalb der Wirtschaftssubjekte tätig werden und Wirtschaftsprozesse ablaufen." (bpb)

Planwirtschaft versus (Freie / Soziale) MarktwirtschaftBearbeiten

Es wird davon ausgegangen, dass es nur zwei grundsätzliche Formen unterschiedlicher Wirtschaftsordnungen gibt:

  • Planwirtschaft (besser: Zentralverwaltungswirtschaft); zentrale staatliche Lenkung aller Wirtschaftsabläufe
  • Marktwirtschaft; dezentrale Lenkung über Angebot & Nachfrage
    • Hier steht die "Soziale Marktwirtschaft" der sog. "Freien Marktwirtschaft" gegenüber:
      • Soziale Marktwirtschaft: "Der Aufbau eines Sozialstaates als Korrektiv kapitalistischen Wirtschaftens ist aus Sicht der Sozialen Marktwirtschaft notwendig, weil die sozialen Verwerfungen des ungehemmten Kapitalismus wesentlich mit zu den politischen Erschütterungen und den beiden Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beitrugen." (bpb) - siehe auch "Rheinischer Kapitalismus"
      • Freie Marktwirtschaft: Privateigentum an den Produktionsmitteln und freier Wettbewerb - Einkommen nur durch Dienstleistungen und die Gewinne privater Unternehmen - keine Planwirtschaft - keine staatliche Kontrolle oder Marktregulierung - freie Preisbildung, Gewerbefreiheit und Konsumfreiheit. "Eine völlig freie Marktwirtschaft ist allerdings nur eine Abstraktion. In der wirtschaftspolitischen Praxis liegt in allen Ländern mehr oder weniger eine staatliche Marktregulierung vor." (Wikipedia *)


Regulierung des MarktesBearbeiten

Die zentrale Unterscheidung zwischen (neo-)liberaler Marktwirtschaft (also dem "Freien Markt") und der Sozialen Marktwirtschaft ist die Regulierung. Während, vereinfacht ausgedrückt, in der Freien Marktwirtschaft jegliche Regulierung des Marktes von staatlicher Seite unterbleiben sollte - fordert die Soziale Marktwirtschaft "sozialpolitische Korrekturen vorzunehmen und auf sozialen Ausgleich hinzuwirken". (bpb)

"Im Mittelpunkt von Walter Euckens Arbeit stand die Frage des Zusammenhangs von Macht, Unfreiheit und Armut. Auf Basis dieser Analyse könnten die Rahmenbedingungen für eine Wirtschaftsordnung bestimmt werden, die zugleich die größtmögliche Freiheit und eine rationale Steuerung der Wirtschaft ermöglicht. Er war davon überzeugt, dass die wirtschaftspolitische Tätigkeit des Staates auf die Gestaltung der Wirtschaftsordnung gerichtet sein sollte und nicht auf die Lenkung der Wirtschaftsprozesse. Mit dieser These gilt Eucken als Begründer des Ordoliberalismus und als einer der Väter der Sozialen Marktwirtschaft." (Wikipedia)


  • "Ordnungspolitik bezeichnet alle staatlichen Maßnahmen, welche die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens setzen und der Erhaltung, der Anpassung oder Verbesserung der Wirtschaftsordnung dienen sollen." (Wikipedia)
  • Prozesspolitik: "Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Beeinflussung des Wirtschaftsablaufs. [...] z.B. durch den Einsatz geld-, währungs- und fiskalpolitischer Instrumente [...] Konjunkturpolitik [...] Wachstumspolitik [...] Strukturpolitik" (Gabler Wirtschaftslexikon)


„Ob wenig oder mehr Staatstätigkeit – diese Frage geht am wesentlichen vorbei. Es handelt sich nicht um ein quantitatives, sondern um ein qualitatives Problem. Der Staat soll weder den Wirtschaftsprozess zu steuern versuchen, noch die Wirtschaft sich selbst überlassen: Staatliche Planung der Formen – ja; staatliche Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses – nein. Den Unterschied von Form und Prozess erkennen und danach handeln, das ist wesentlich. Nur so kann das Ziel erreicht werden, dass nicht eine kleine Minderheit, sondern alle Bürger über den Preismechanismus die Wirtschaft lenken können. Die einzige Wirtschaftsordnung, in der dies möglich ist, ist die des 'vollständigen Wettbewerbs'. Sie ist nur realisierbar, wenn allen Marktteilnehmern die Möglichkeit genommen wird, die Spielregeln des Marktes zu verändern. Der Staat muss deshalb durch einen entsprechenden Rechtsrahmen die Marktform – d. h. die Spielregeln, in denen gewirtschaftet wird, – vorgeben.“ Walter Eucken


Weitere ModelleBearbeiten

Vorstellbar, aber bislang nicht experimentiert, wäre eine dezentrale Planwirtschaft, wo die Bürger Planung der Verteilung übernehmen (vor allem dank der Neuen Medien wäre dies technisch möglich).

Insgesamt wird davon ausgegangen, dass es keine weiteren Modelle gäbe. "Reale Wirtschaftsordnungen können jeweils nur Annäherungen an diese beiden Grundformen sein." (bpb) Dabei wird allerdings davon ausgegangen, dass die Grundvoraussetzungen der bisherigen Modelle korrekt sind.

Dass Meriotische Güter (also subventionierte Güter) als Teil der Marktwirtschaft verstanden werde, ist verständlich, denn Herstellung, Vertrieb und Konsum finden unter den selben rechtlichen Bedingungen statt. Dagegen sind Öffentliche Güter und Gemeingüter bereits ab den Rechtsbeziehungen des Eigentums nicht mehr privatwirtschaftlich und müssten innerhalb der Marktwirtschaft als Sonderstatus gehandhabt werden - doer zur Definition eines eigenen Marktes führen (wie dies in der "Medialen Wirtschaft" der Fall ist).

UnterscheidungskriterienBearbeiten

"Grundlegende Kriterien zur Einteilung der Wirtschaftsordnungen sind die Steuerung der Wirtschaftsprozesse, die Frage der Eigentumsrechte, der Ort der Preisbildung, die Formen der betrieblichen Ergebnisrechnung und die Formen der Finanzwirtschaft."

  • Planungs- und Lenkungsformen
  • Eigentumsverfassung
  • Ort der Preisbildung
  • Formen der betrieblichen Ergebnisrechnung
  • Formen der Finanzwirtschaft

(Wikipedia)

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